Ein Projekt von Mario Asef

Unter dem Stichwort “Konsum” entwickelte der Künstler Mario Asef im Rahmen der Aquamediale 11 (Spreewald 2015) eine Projektreihe, die sich mit Prozessen der Nutzung und Transformation von Landschaft beschäftigt. Sein Hauptanliegen ist die sogenannte “Braune Spree”. Als Spätfolge des Tagebaus löst sich Eisenhydroxid aus dem Boden und färbt die Spreefließe in Ockerfarben unterschiedlichster Intensität ein. Fische und Kleinstlebewesen sterben ab. Jeden Tag fließen ca. 8,5 Tonnen Eisenoxidschlamm in die Spree ein. Wie groß der Umweltschaden für die Tourismusregion sein wird, ist derzeit noch nicht zu beziffern. Bagger des Wasser- und Bodenverbandes „Oberland Calau“ reinigen täglich die Kanäle in einer Art Sisyphusarbeit, und das Material sammelt sich ungenutzt an deren Rändern.

Mario Asef forschte bereits im Sommer 2015 über die Möglichkeiten, mit Eisenockerschlamm Ziegelsteine zu produzieren. Er mischte vor Ort in Lübben Eisenockerschlamm mit Zement und testet die Resultate für die nachhaltige Nutzung im Baubereich.

Das langfristige Ziel der Forschung und der Produktion von Backsteinen ist es, in Raddusch eine Pyramide aus Ockerschlamm zu bauen.

Der Künstler plant, in Kooperation mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus für das Jahr 2017 ein interdisziplinäres Forschungslabor in Raddusch zu installieren. Das Projekt ist zunächst fokussiert auf die Untersuchung des Eisenockerschlamms, der die Gewässer des Spreewaldes insbesondere bei Raddusch verschmutzt, um die weiteren Verwendungsmöglichkeiten des Materials für die Backsteinproduktion zu überprüfen. Die im Laufe der Forschung und Experimentierphase produzierten Backsteine werden dafür verwendet, eine zwanzig Meter breite und zehn Meter hohe Pyramide zu bauen. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe und eine spannende Herausforderung, die die 700 Bewohner von Raddusch zusammen mit Studenten und Professoren aus Cottbus und dem Künstler selbst in einen intensiven Prozess der Zusammenarbeit bringen wird. Denn die Pyramide steht nicht nur als Zeichen einer technisch hoch entwickelten Zivilisation, sondern auch als Utopie und weithin sichtbare Landmarke einer fragwürdigen und korrekturbedürftigen Beziehung zwischen Mensch und Landschaft.

In Kooperation mit:

Kunstdorf Raddusch e.V. / BTU Cottbus

Mit freundlicher Unterstützung von:

Wasser- und Bodenverband Oberland Calau (Herr Schloddarick) / Stadt Vetschau / Ortsbeirat Raddusch (Herr Lagemann) / Aktionsbündnis Klare Spree e.V. / Familie Petra und Wolfgang Beesk / Spreewaldverein / Tourismusverein Raddusch und Umgebung e. V.

 

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